“birth, school, work, death…”

•April 12, 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

“…Yeah I been high and I been low – And I don’t know where to go

I’m living on the never never – This time it’s gonna be forever
I’ll live and die don’t ask me why – I wanna go to paradise
And I don’t need your sympathy – There’s nothing in this world for me

birth, school, work, death…”

(The Godfathers)

was soll’s – ich bin 40 geworden – Zeit sich auf die zweite Hälfte des Lebens einzustellen. Eine wohlmeinende Kollegin gratulierte mir mit den Worten:” na…jetzt bist du für nichts mehr zu jung und für noch nichts zu alt”!

Also habe ich beschlossen zu bloggen – macht ja sowieso jeder und vielleicht hilft es ja mich auf meine Midlife Crisis (MIC) in ein paar Jahren vorzubereiten. Eigentlich ein netter Gedanke. Vielleicht kann ich mir so meine Neurose vom Leib schreiben – oder einfach ein paar sinnvolle Vorschläge für eine wohlgeplante Mittlebenskrise sammeln. So was darf ja nicht dem Zufall überlassen werden. Nun gut – sehen wir mal was das allwissende Web dazu sagt.

“Mit dem Begriff Midlife Crisis (engl. für „Mittlebenskrise”) meint man umgangssprachlich einen psychischen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt von ca. 30 bis Anfang 50 Jahren.”

…shit!

Wieso 30 Jahre? Habe ich schon was verpasst? Wie kann man(n) bitte mit 30 schon die erste Krise bekommen? Mit 30 hatte man(n) doch noch Spaß, das Leben war aufregend und wild, das Haar lang und voll, die Nächte lang und die Frauen schön! Man(n) war unsterblich…und fuhr noch den coolen kleinen Cabrio!

Weiter geht’s – die Webseite “www.psychotipps.com” kann folgendes berichten: “Wer kennt sie nicht, die Männer mit graumelierten Schläfen, die sich in enge Lederkleidung zwängen und auf einem Motorrad tüchtig Gas geben, oder die Männer, die sich mit einer viel jüngeren Frau schweißtriefend und außer Atem in einer Disko amüsieren? Aus dem Abstand betrachtet erkennen wir, dass diese Männer sich nicht ihrem Alter bzw. ihrer bisherigen Rolle entsprechend verhalten.”

Nee, is klar. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass man sich das Alteisen aus Milwaukee erst mit 50 leisten kann. Und…sind jüngere Frauen wirklich Teufelswerk?

Die alterwürdige SZ schreibt dazu: “Männer um die 40 benehmen sich oft verhaltensauffällig. Sie treiben exzessiv Sport, kleiden sich betont jugendlich, fangen plötzlich wieder an zu rauchen, legen sich einen sportlichen Zweitwagen oder eine sportliche Zweitfrau zu – und verzweifeln dabei an sich selbst.” Demnach ist die “Midlife Crisis(…) tatsächlich eine gesellschaftliche Modeerscheinung. Es ist ein Luxusproblem, das vor allem die Mittel- und Oberschicht betrifft.”

Das beruhigt ungemein [sic!]. Die Midlife Crisis ist also kein Problem des Prekariats!? Ist einleuchtend! Der sportliche Zweitwagen nebst passender sportiver Begleitung ist auf Hartz IV auch schlecht zu realisieren. Zumindest wenn man nicht noch ein paar Sachen nebenbei laufen hat.

Nach ein paar Klicks im Web…der obligatorische Selbsttest:

  • Sind Sie zwischen 35 und 45 Jahren?
  • Haben Sie das Gefühl, in Routine zu ersticken?
  • Haben Sie das Bedürfnis, etwas vollkommen Neues zu erleben?
  • Fragen Sie sich häufig: Soll das alles gewesen sein?
  • Stellen Sie Entscheidungen in Frage, die Sie früher getroffen haben?
  • Suchen Sie verstärkt nach einem Sinn in Ihrem Leben?
  • Haben Sie Angst, zu sterben, bevor Sie alles erlebt haben, was Sie sich wünschen?
  • Macht es Ihnen zu schaffen, dass Ihre Leistungsfähigkeit nachlässt?
  • Fragen Sie sich manchmal, wer Sie wirklich sind?
  • Haben Sie Probleme, die Freizeit zu genießen?
  • Haben Sie das Gefühl, nicht mehr viel für Ihre Partnerin zu empfinden?
  • Macht Ihnen Ihre Arbeit keinen Spaß mehr?
  • Fühlen Sie sich von Alltagszwängen und Gewohnheiten erstickt?
  • Machen Sie sich Phantasien, aus Partnerschaft oder Beruf auszusteigen?
  • Leiden Sie darunter, beruflich keine Aufstiegschancen mehr zu haben?
  • Haben Sie den Eindruck, Ihre Hobbys füllen Sie nicht mehr aus?

Herzlichen Glückwunsch! Sie stecken in der Midlife Crisis!

Aber es hätte schlimmer kommen können. Schon mal was von der so genannten Quarterlife Crisis (QLC) gehört? Nein!? Sie ist bereits unter uns denn “bereits unter 20- bis 30-Jährigen breitet sich jetzt epidemisch die Symptomatik einer allgemeinen Lebenskrise aus”. Dies berichten Alexandra Robbins und Abby Wilner, zwei amerikanische Autorinnen, die diese Krise durchgemacht, bewältigt und in einem Buch verarbeitet haben (Quarterlife-Crisis, die Sinnkrise der Mittzwanziger,Ullstein Verlag). Schließlich trägt heutzutage nahezu jede Befindlichkeit eine klinische Zuweisung. Da könne, schreiben die Autorinnen, „man sich schon wundern, dass bis jetzt noch niemand dem schwierigen Übergang vom Studenten zum wirklichen Leben einen Namen gegeben hat”.

Puh…nochmal Schwein gehabt! Dieser Kelch ist an mir vorbei gegangen…

to be continued ;-)

 
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